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Sind wieder da!

Bericht über den Auftritt am 6. April 2024 weiter unten!

Die Loving Hearts spielen live an dem Ort, an dem alles vor 60 Jahren angefangen hat: Ratskeller Stadthagen, Samstag, 6.April 2024.

6. April 2024

The Loving Hearts im Ratskeller Stadthagen

60-jähriges Bühnenjubiläum

Die Besetzung und die Setlist für den Auftritt der Loving Hearts zum 60-jährigen Bühnenjubiläum am 6. April 2024 im Ratskeller Stadthagen sind jetzt vollzählig.

Wir freuen uns auf den Abend und versprechen einige ganz besondere Überraschungen!

KARTEn RESERVIEREN

bei der Tourist-Information Stadthagen, Am Markt 1

Leider ausverkauft

Übrigens: Wenn ihr keine Karten bekommen habt, schreibt uns! Vielleicht können wir die Loving Hearts für einen weiteren Auftritt gewinnen.

Die Band The Loving Hearts wurde von Gerhard Gundlach, Dieter Gundlach, Harald Böckmann und Gerhard Widdel im Jahre 1964 in Stadthagen gegründet. Sie haben – in unterschiedlichen Besetzungen – die Jugend im Landkreis Schaumburg bis zum Jahre 1971 mit Beatmusik und Rock´n Roll erfreut und den musikalischen Zeitgeist der sechziger Jahre aus England und den USA in unsere Region gebracht. Weitere Bandmitglieder waren: Herbert Hegerhorst, Werner Gundlach, Walter Ehlerding, Manfred Haupt, Rolf Möhlenbrock.

Los ging es 1964 in Stadthagen

die 60er

Am 18. Februar 1966 fand in der Aula des Ratsgymnasiums Stadthagen der erste Wettstreit der Amateurbands statt, das 1.Beatfestival. Es nahmen mehrere Musikgruppen aus dem Schaumburg-Lipper Land teil, die die Musik einer neuen Zeit präsentierten: Beatmusik. Teilnehmer waren: The Loverbirds, the Earlybirds, the Skipjacks, the Skulls, the Sovereigns, the Four Rockets, the Loving Hearts. Sieger waren seinerzeit die Loving Hearts, die eine Kulturreise mit dem Kreisjugendring nach Berlin gewannen.

Beatkultur – was war das? Zunächst einmal eine neue Musik, die aus Großbritannien und dem Star-Club in Hamburg importiert und durch deutsche Bands wie die Rattles und die Lords, die ihren Vorbildern nacheiferten, in die Provinz getragen wurde. Im Umfeld änderten sich das Aussehen und das Verhalten der Jugendlichen. Die Haare der jungen Männer wurden länger, die Röcke der Mädchen wurden kürzer.

Hippies waren das Vorbild für den Sommer der Liebe, nicht nur in San Francisco, sondern auch in Stadthagen und in ganz Schaumburg. Pop-Art zierte die Plattencover, die Beatles machten es mit „Revolver“ (1966) und „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ (1967) vor.

Wir werden an dieser Stelle regelmässig typische Loving Hearts Songs vorstellen. Die Lieder wurden von Friedhelm Kappmeier, KTS Stadthagen, klanglich verbessert. Wir beginnen mit „I think of you“ von den Merseybeats, das die Loving Hearts textlich angepasst hatten, indem sie „I´m a Loving Heart“ im Refrain sangen statt „I´m a broken man“. Der zweite Song ist „Out of Time“ von den Rolling Stones, bekannt geworden vor allem durch Chris Farlowe. Hier die Version der Loving Hearts. Viel Spaß beim Zuhören!

Wart ihr dabei? Habt ihr zu der verrückten Musik getanzt oder einfach zugehört? Habt ihr eure Freundin oder euren Freund auf einem Jugendtanzabend kennen gelernt? Was hat euch damals bewegt?

25. April 2024

Gundi schreibt:

Ich habe die Loving Hearts in Sachsenhagen bei Regenauer erlebt im zarten Alter von 16 Jahren. Der erste Song den ich hörte war IOIO von den BeeGees. Es war umwerfend. Meine Frage war: ist das echt oder läuft da ein Band?
Quatsch, es war natürlich live.
Heute denke ich, dass alle über 70 jährigen bei dieser Musik das Gefühl haben, sie sind wieder 16 Jahre alt. Zumindest mir geht es so und es ist ein wirklich tolles Gefühl. Selbst am Tag nach dem Auftritt im Ratskeller habe ich noch ganz laut und lange „Out of time“ gesungen und habe mich wunderbar dabei gefühlt. Danke für den herrlichen Abend und das phantastische Gefühl noch einmal 16 Jahre jung zu sein. Gundi (ich werde übrigens im nächsten Jahr 70 Jahre alt)

20. März 2024

Wolfgang schreibt:
Im September 1965 brachte mich mein Freund Emanuel Bellendir mit der Band zusammen. Er war Manager der Band. Dort traf ich Karin, ihr Künstlername war „Chrissy“. Sie war die „Frondfrau“ der Gruppe. Ich war damals Soldat, aber an den Wochenenden war ich immer mit der Band unterwegs.
War eine schöne Zeit. Übriges habe ich Karin 1968 geheiratet und bis heute zusammen. Viel Freude am 6. April. Leider sind ja alle Karten verkauft.

23. Februar 2024

Sylvia schreibt:
Es war wohl 1967, als im Ratsgymnasium ein Beat-Festival stattgefunden hat. Mein einziger Wunsch zu meinem Geburtstag war, da möchte ich hin. Da ich erst 15 war, hatte mein Vater kein Verständnis dafür. Erst der Vater meiner Freundin konnte ihn überzeugen. Er musste versprechen, dass er uns hinbringt und wieder abholt. So hatten wir einen aufregenden, tollen Abend, auch noch in der 1.Reihe!!!

20. Dezember 2023

Renate schreibt:
Meine Freundin und Ich waren oft in der Grille in Minden. Ich war unsterblich in Gerd Gundlach verliebt.

 Fast immer mit dabei!
Wir laden ein, uns eure Geschichten zu schicken und werden uns über eure Beiträge sehr freuen!

Herzliche Grüße
Gerhard Widdel und Fritz Heidorn

Wir suchen eure Geschichten über die Band. Wart ihr mit dabei? Was habt ihr über die Loving Hearts zu erzählen? Macht mit beim 60-jährigen Bühnenjubiläum!

Heute und damals
Der Auftritt der Loving Hearts im Ratskeller Stadthagen am 6. April 2024

Fritz Heidorn

Ratskeller Stadthagen am Samstag, den 6. April 2024: Als wäre die Zeit zurückgedreht in das Jahr 1966, als die Loving Hearts das erste Mal im Ratskeller Stadthagen spielen durften. Die Musik war bekannt, die Atmosphäre war ähnlich, die weiß eingedeckten Tische ebenfalls, die volle Tanzfläche sowieso, und auch das Schaumburger Bier schmeckte noch so wie vor achtundfünfzig Jahren…

Am Samstag, den 6. April 2024 traten die Loving Hearts anlässlich ihres 60-jährigen Bühnenjubiläums noch einmal vor vollem Haus im Ratskeller Stadthagen auf und bescherten ihren Freunden und Fans einen langen Abend mit der Musik der sechziger Jahre. Es gab einen Querschnitt durch die Beatmusik der 1960er Jahre zu hören, zum Tanzen und zum Mitsingen bis nach Mitternacht.

Von der Originalbesetzung aus dem Jahr 1964 waren dabei: Dieter („Jimmy“) Gundlach, Gerhard („Jeff“) Gundlach, Gerhard „Jerry“) Widdel, unterstützt von den Musikern Roland Hein, Hermann Fuchs und Scouse. Werner Gundlach spielte einige Stücke mit, er hatte damals den Bassisten Harald Böckmann während seiner Bundeswehrzeit vertreten.

Krankheitsbedingt konnten Herbert Hegerhorst, Rolf Möhlenbrock und Manfred Haupt nicht mitspielen. Zwei Bandmitglieder sind bereits verstorben: Harald („Jean“) Böckmann und Walter Ehlerding.

Vor dem Auftritt wurden einige Video-Zeitdokumente gezeigt, zum Beispiel ein Super-Acht-Film, der im Jahre 1966 im Ratskeller beim ersten Auftritt der Loving Hearts in diesem Hause gedreht worden war.

Vorgestellt wurde eine Broschüre über die Geschichte der Band. Diese ist noch in einer kleinen Rest-Auflage vorhanden und kann bei Fritz Heidorn bestellt werden. Bitte bei Interesse eine E-mail schicken an: fheidorn@icloud.com.

Damals und heute; was geblieben ist, ist die Musik der sechziger Jahre, die uns verbindet.

Wie es ein schöner Musiktitel von Sonny & Cher ausdrückt: THE BEAT GOES ON!

Unterstützende Bandmitglieder bei den Loving Hearts

Fritz Heidorn

Es ist bei jeder Band, die ein langes Bühnenleben vorweisen kann, schwierig festzulegen, wer denn „eigentlich“ zur Band gehört. Kaum eine der weltbekannten Bands spielt nach sechzig Jahren noch in der originalen Gründungsbesetzung, selbst bei den Beatles gibt es ja außer John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr den ersten Schlagzeuger Pete Best und den ersten Bassisten Stuart Sutcliffe. Die meisten Bands suchen sich nach Streitereien oder Todesfällen von Gründungsmitgliedern andere Musiker zur Unterstützung bei Liveauftritten oder Studioproduktionen, so auch die Loving Hearts.

Die Loving Hearts sind für ihren Auftritt zum 50-jährigen Bühnenjubiläum 2014 in der Festhalle Stadthagen bereits von einem erfahrenen Musiker an den Keyboards unterstützt worden, von Geoffrey Rich. Heute sind Herrmann Fuchs, Roland Hein und Scouse mit dabei.

Geoffrey Rich ist manchen Stadthägern noch bekannt als ehemaliges Mitglied der britischen Band „The Snappers“, die das Haus Niedersachsen Ende der 1960er Jahre zum Rocken brachten. Geoffrey lernte mit 11 Jahren von Schulfreunden das Gitarrespielen, mit 13 spielte er in seiner ersten Band, mit 20 bekam er seine erste Orgel und stieg von der Gitarre auf das Keyboard um. Seit 2019 besitzt Geoffrey die deutsche Staatsangehörigkeit.

Roland Hein, Jahrgang 1957, geboren in Bochum, wurde mit 15 Jahren Mitglied der Tanzkapelle „Mr. Spock“ in Wattenscheid. Zu der Zeit gab es im Ruhrgebiet gefühlt an jeder zweiten Straßenecke eine Gaststätte, in der es an jedem Wochenende Tanz mit Livemusik gab. Nach dem Ende seiner Lehrzeit 1975 hat Roland Hein in verschiedenen Bands als Berufsmusiker gearbeitet, bis dann im April 1978 die Bundeswehr rief und er nach Schaumburg ging. Mitte 1978 stieg er nach Jean`s Weggang bei den „Helicopters“ ein, wo er auf Jerry und Hermann Fuchs traf. Bei den „Helicopters“ blieb er bis zu deren Auflösung 1986. Jerry holte ihn nach dem Tode von Jean zu den Loving Hearts.

Hermann Fuchs, 1947 in Wüstensachsen in der Rhön geboren, lernte im zarten Alter von zwölf Jahren das Trompetenspielen nach Noten, spielte im Fuldaer Posaunenchor, dann in der Schülerband „The Beatmasters“, wurde später Fluglehrer in Achum und spielte dort bei den „Bückeburger Jägern“ und der Tanzkapelle „The Helicopters“, wo er auf Gerd Widdel traf. Vor zwei Jahren kam er als unterstützender Gitarrist zu den Loving Hearts.

Gerhard Widdel („Jerry“): Wie ich zum Schlagzeug spielen kam – und wie die Loving Hearts entstanden sind

Im Jahre 1963 habe ich mich mit meinen Schulfreunden Wilfried Tegtmeier, Werner Dehne und Werner Böhm bei Wilfried Tegtmeier in Meinefeld getroffen, um Beatmusik zu proben. Ich konnte an der Gitarre die ersten Griffe und Werner Dehne sollte Schlagzeug spielen. Beim Probestück mit Twist-Takt bekam es Werner einfach nicht hin. Ich setzte mich an das Schlagzeug und zeigte ihm: So geht das. Ich bekam es taktmäßig auf die Reihe und die anderen sagten: Jetzt bleib du erst mal am Schlagzeug, damit wir weiterkommen und wenigstens ein Stück schaffen. So wurde das Schlagzeug mein Instrument.

Ende 1963 probten wir im alten Saal der Gaststätte Rinne in Nienstädt, heute Zweigstelle der Volksbank Stadthagen. Dort überredete mich Willi Witte mit nach Stadthagen zu fahren, zu einer Probe der Brüder Gundlach, die bei Harald Böckmann im Keller stattfand.

Bei der nächsten Probe Anfang 1964 in Obernkirchen im Hotel „Deutsches Haus“ hatten wir zum ersten Mal eine große Verstärkeranlage der Firma Kennel Obernkirchen zur Verfügung. Fritz Stahnke, H.-I. (Bube) Suffrian, Willi Witte (alle Stadthagen) und Emanuel Bellendir aus Obernkirchen waren die Organisatoren der Musiktitel, Schallplatten, Anlagebedienung und des Personentransports mit einem Auto. Diese Proben waren schon recht gut und es wurde beschlossen, dass wir vier eine Band in dieser Besetzung (Solo-Gitarre, Rhythmus-Gitarre, Bass und Schlagzeug) bleiben wollten.

Kurz nach dieser Probe fiel bei einer Veranstaltung im „Hotel Deutsches Haus“ in Obernkirchen eine Band aus. Da wir wohl bei den Proben einen guten Eindruck hinterlassen hatten, durften wir einspringen und hatten gleich einen tollen Erfolg. Dies war unser erster öffentlicher Auftritt, noch ohne einen Band-Namen zu haben.

Im Sommer 1964 wurde dann von Dieter und Gerhard Gundlach der Name „The Loving Hearts“ vorgeschlagen, der nach einiger Diskussion von allen akzeptiert wurde.

Im Herbst 1964 machten wir im Ort Schaumburg „Gaststätte bei Tante Otti“ bei einem Beat-Wettbewerb (Je-Ka-Mi) mit, was heißt: jeder kann mitmachen. Transportmittel für die Geräte war ein Bäckerwagen der Fa. Suffrian, Stadthagen. Wir belegten den 1. Platz. Daraufhin bekamen wir einen Vertrag und spielten dort an einigen Samstagen. Dadurch haben wir uns mit dem Namen „Loving Hearts“ bekannt gemacht.

Da der Beat-Sound immer häufiger mit Orchesterteilen hinterlegt war, baute Jimmy (Radio- u. Fernsehtechniker) eine Orgel mit Bausätzen von „Dr.-Böhm“ aus Minden, damit wir mit diesem Sound mithalten konnten. Um den Beat-Klang (mit drei Gitarren) halten zu können, wurde zur Orgel, die Jimmy inzwischen spielte, der Gitarrist Herbert Hegerhorst (James) als fünfter Mann bei uns aufgenommen. Unsere erste Schallplatte wurde Anfang 1966 in Osnabrück bei Kunze-Records aufgenommen.

Die Musik der Loving Hearts

Fritz Heidorn

Die Musik der Loving Hearts entsprach immer dem Zeitgeist. Allerdings war es schon damals besonders, mit welcher Qualität sie die Musik ausgearbeitet und live auf den kleinen Bühnen der Schützenfeste, Jugendtanzveranstaltungen und der vielen Beatschuppen präsentiert haben. In der Anfangsphase der Band mit den Gundlach-Brüdern fiel ihr dreistimmiger, melodischer Satzgesang auf, in der späten Zeit mit Walter Ehlerding, Manfred Haupt und Rolf Möhlenbrock der fast schon symphonische Klang der siebziger Jahre, als die Rockmusik komplexer und experimentierfreudiger wurde.

Die Loving Hearts konnten Musiktitel live spielen, die bereits Mitte-Ende der 1960er Jahre von den Originalen fast nicht zu unterscheiden waren oder sie sogar übertrafen. Zum Beispiel ihre Version von All You Need Is Love der Beatles, das die Beatles niemals live gespielt hatten (abgesehen von der weltweiten Fernsehübertragung in der BBC-Sendung Our-World am 25. Juni 1967), ihre eingedeutschte Version von Sgt. Pepper: „Das ist unsre Loving Hearts Club Band…“ und ihre wunderbar gesungenen Titel wie Silence Is Golden oder Goodbye My Love.

Das Grund, warum so viele Jugendliche damals in die Auftritte der Beatbands gingen, war die Musik, aber natürlich auch das Kennenlernen des anderen Geschlechts. Stadthagen und Schaumburg-Lippe boten zahlreiche Beatschuppen und Zeltfeste für Jugendtanz-Veranstaltungen an und es war jedes Wochenende irgendwo etwas los. Die Auftritte waren fast immer ausverkauft und überall waren weiß eingedeckte Tische und große Tanzflächen, auf denen gehottet wurde. Es gab damals nur zwei Arten von Musik: sehr schnelle Stücke für wilde Bewegungen, auch Rock´n Roll genannt. Und sehr langsame Stücke, Schmuselieder, zum Sich-näherkommen. Beides konnten die Loving Hearts sehr gut, die Tanzflächen waren immer voll.

Musik von den Bee Gees war damals besonders beliebt, man konnte die Originale in der Fernsehsendung BEATCLUB bewundern – und dann am Samstagabend die andere, fast ebenso gute Version von den Loving Hearts im Haus Niedersachsen oder bei Regenauer in Sachsenhagen hören und sehen.

Dauerbrenner waren seinerzeit Titel wie To Love Somebody oder Words von den Bee Gees: „Smile, an everlasting smile, a smile can bring you near to me….“ Hier können wir gleich zwei Versionen von Words der Loving Hearts präsentieren, einmal gesungen von Herbert Hegerhorst und die zweite Version gesungen von Rolf Möhlenbrock und Manfred Haupt.

In den beginnenden 1970er Jahren tauchten viele Hitparadenstücke im Repertoire der Loving Hearts auf. Ein Beispiel ist das Stück Yellow River der britischen Band Christie aus dem Jahre 1970. Die Loving Hearts konnten auch Bubblegum-Musik spieen.

Wir hören hier eine Live-Version der Loving Hearts aus dem Mitschnitt des Konzerts in der Festhalle Stadthagen aus dem Jahre 2004 zum vierzigsten Bühnenjubiläum, gesungen von Rolf Möhlenbrock. Man hört noch heute, welche Power die Band damals auch in solche einfachen Ohrwürmer legen konnte.

Walter Ehlerding – der ruhende Pol der Loving Hearts

Gisela Ehlerding

Ich lernte Walter Ehlerding am 15. Mai 1970 in der Gaststätte Krömer in Nienstädt kennen, wo die Loving-Hearts ein Konzert gaben. Dieser Loving-Hearts Auftritt war mein erstes Live- Konzert. Ich habe mich damals in Walter und in seine schöne Stimme verliebt. Seit dieser Zeit waren wir zusammen.

Besonders mochte ich Walters Interpretation von „She´s a Heartbreaker“ von Gene Pitney und aus der späteren Zeit „The Last Time“ und „To Love Somebody“, das Walter beim Auftritt der Loving Hearts beim Schloss-Open-Air viele Jahre später gesungen hatte.

Ich war damals erst sechzehn Jahre alt war und durfte jetzt – bis zweiundzwanzig Uhr – in öffentliche Konzerte oder in die Diskotheken gehen. Besonders gern war ich im Tannenhof in Wendthagen, der lag sozusagen um die Ecke und ich konnte zu Fuß hingehen.

Mit den Loving Hearts bin ich auch Sonntagnachmittags mit nach Gohfeld gefahren und wir haben ausgiebig getanzt. Auch in Sachsenhagen, Päpinghausen, Penningsehl und auf diversen Schützenfesten durfte ich manchmal mit dabei sein. Es war 1970 und 1971, mit Manfred Haupt und Rolf Möhlenbrock bei den Loving Hearts.

Nach der Auflösung der Loving-Hearts spielte Walter einige Jahre später in der “ Lera-Band“ in seiner damaligen Schule in Lindhorst. Die “ Lera-Band“ nahm auch einige Lieder in ihr Repertoire auf, die die Loving-Hearts gespielt hatten.

Als die Loving-Hearts dann nach vielen Jahren wieder zusammenkamen und Auftritte in der Festhalle, im Schützenhaus und bei Bruns in Nordsehl hatten, musste natürlich wieder geprobt werden. Das fand immer im Keller von Jerry statt, meistens am Samstag bis spät abends – und dann begann die Party, zu der wir Ehefrauen und viele Freunde dazukamen. Es wurde viel Musik aufgelegt- natürlich auch von den Loving-Hearts- und es wurden viele schöne Erinnerungen aus der frühen Zeit der Band ausgetauscht.

Walter hat diese letzten Jahre des Übens, Spielens und des Zusammenseins geliebt und viel für den Zusammenhalt der Band getan. Das Projekt Loving Hearts hat ihm bis an sein Lebensende sehr viel bedeutet. Er sagte immer, dass er diese Zeit nie vermissen möchte.

Als Musik habe ich mir das von Walter komponierte Stück „Laura“ ausgesucht, auch wenn die Aufnahmequalität schlecht ist, denn dies ist ein Tonbandmitschnitt aus dem Übungsraum aus dem Jahre 1969. Aber schön ist die Musik doch: „Take my hand till the end…“

Danke lieber Walter, dass ich auch diese Zeit mit dir verbringen durfte.

Rolf Möhlenbrock – Sänger der Loving Hearts 1970/71

Fritz Heidorn

In der letzten Zeit der aktiven Phase der Loving Hearts wurden die Gesangsstimmen von Manfred Haupt und Walter Ehlerding um eine weitere Solostimme verstärkt. Rolf Möhlenbrock wurde im Jahre 1970 zum Leadsänger der Band. Rolf hatte vorher bei der Lindhorster Beatband „The GUARD“ gesungen und Bass gespielt und war für seine gekonnten Interpretationen von Bee Gees-Stücken aufgefallen. Jetzt sang er die Solostimme bei den Loving Hearts und ihre Musik änderte sich erneut.

Rolf Möhlenbrock und Manfred Haupt waren schon seit Kindesbeinen befreundet, sie wohnten in derselben Straße in Lindhorst und hatten bereits als Jugendliche Musik gemacht und eigene Kompositionen mit einem einfachen Tonbandgerät aufgenommen. Das klang schon ganz gut damals, die Aufnahmen sind bis heute erhalten und geben einen Eindruck davon, was musikalisch kreative Jugendliche damals in ihrer Freizeit machen konnten. Seinerzeit gab es noch keine Computer, kein Internet oder die zahlreichen technischen Möglichkeiten der digitalen Klangbearbeitung im eigenen Tonstudio zuhause, wie sie heute für jede Hobbymusikerin und jeden Hobbymusiker selbstverständlich sind.

Manfred Haupt hatte bereits komplizierte Songs wie „Every Little Thing“ von den Beatles in der Version der Gruppe YES in das Repertoire der Loving Hearts aufgenommen. Jetzt kamen noch Eigenkompositionen von Manfred und Rolf wie „Dog and his Master“ dazu. Die Musik wurde komplizierter, differenzierter, weniger tanzbar, war aber dafür gut anzuhören. Die Loving Hearts waren – nach der Phase des mehrstimmigen Satzgesangs mit den Gundlach Brüdern und Harald Böckmann Mitte der 1960er Jahre – im Jahre 1970 bei der kunstvollen, symphonischen Rockmusik der 1970er Jahre angelangt.

Wir freuen uns, euch hier die Live-Version von „Dog and his Master“ aus dem Konzert in der Festhalle Stadthagen aus dem Jahre 2004, gesungen von Rolf präsentieren zu können – wiederum in der klanglich verbesserten Version von Friedhelm Kappmeier.

Viel Spaß beim Anhören!

Erinnerungen an meine Loving Hearts Zeit

Sylvia Mlynek

Ich war schon als Jugendliche ein musikbegeisterter Mensch, weil ich in frühen Jahren zwei tolle Bands in Stadthagen kennenlernen durfte: Die CLASSIX und die Loving Hearts. Ich war in der Realschule mit Brigitte Meier befreundet, der Schwester von „Betty“, dem Drummer der CLASSIX. Ich lernte ihre Musik bei den Proben im Haus Bettenmeier auf der Niedernstraße in Stadthagen kennen und im Tannenhof, wo die CLASSIX jeden Mittwoch spielten. Brigitte und ich liefen meist zu Fuß aus dem Stadtzentrum nach Hörkamp in den Tannenhof, um die Band zu sehen und zu hören. Am meisten begeistert haben mich ihre Versionen von Stücken der Remo Four wie „Sing Hallelujah“ und „A Whiter Shade of Pale“ von Procol Harum, mit dem sie einen Beatwettbewerb in Belgien gewonnen hatten.

Dann lernte ich durch meinen Freund Fritz, der Roadie bei den Loving Hearts war, diese Musiker und ihre Musik kennen. Ich durfte gelegentlich mit der Band zu Konzerten fahren, nach Gohfeld, Pennigsehl, Päpinghausen und zu Regenauer in Sachsenhagen, wo ich mit Christa Widdel Eintrittskarten für die Loving Hearts Konzerte verkauft habe.

Ich mochte besonders die Beatles Versionen der Loving Hearts wie „Golden Slumbers/Carry That Weight“, so schön von Jeff gesungen wie sein eigenes Stück „Cherry Baby“ oder „She´s a Heartbreaker“ von Gene Pitney, das Walter sang und sein eigenes Lied „Laura“. Später kamen Manfred Haupt und Rolf Möhlenbrock dazu und die Musik der Loving Hearts veränderte sich wieder einmal. Stücke von Neil Young tauchten im Repertoire auf, aber auch Popmusik wie „Yellow River“. Das war der Zeitgeist.

Die Mädels tanzten gern, die Jungs standen an der Theke und tranken Bier und Schnaps, überall wurde geraucht. Die Zeiten waren rauh, der Alkohol floss in Strömen, es gab oft Schlägereien in den Schützenfestzelten. Pöbeleien waren an der Tagesordnung, wir jungen Frauen mussten uns durchsetzen gegen die Machowelt der Männer. Nur wenn die Band spielte, kochte der Saal anders –  nämlich auf der Tanzfläche und beim Mitsingen der Lieder, die die Band spielte.

Die Beatmusik hat uns alle verbunden, über die Herkunft und politische Differenzen hinweg. Bei der Liebe zur Musik waren wir alle gleich. Es war die Aufbruchsstimmung in eine neue Zeit.

Ich habe mir das Lied „Suddenly you love me” ausgesucht. Es erinnert mich an meine musikalische Jugend und ich mag die Stimme von Jeff, die hier so schön zur Geltung kommt.

1966 war ein geschichtsträchtiges Jahr - und ein lehrreicher Lebensabschnitt in meinen jungen Jahren

Manfred Haupt

Die Beatles brachten „Revolver“ heraus und damit meine musikalische Welt total durcheinander. So etwas hatte ich vorher noch nie gehört, „Eleanor Rigby“, „Tomorrow never knows“ und „Yellow Submarine“ friedlich vereint auf einer Platte. Mein Mund ging vor lauter Staunen nicht mehr zu. Nebenbei gab’s das berühmt-berüchtigte Fußball-WM Finale mit dem „war er drin, oder war er nicht drin?“ Thriller–Ende.

Aber am wichtigsten für mich war das Beat-Festival in der Aula des Rats-Gymnasiums. Zwei Wochen vor dem historischen Ereignis habe ich zum ersten Mal an einem Schlagzeug gesessen. Ich durfte in der Band meines Bruders, den „Tiny Stars“ mitspielen. Gitarrist war Klaus Ehlerding, der Bruder von Walter. Die „Loving Hearts“ gewannen den Contest (ich glaube, ihr habt „We can work it out“ gespielt ) – und absolut verdient gewonnen.

Nach einigen Monaten stieß auch Walter Ehlerding zu unserer Band, den „Tiny Stars“, die jetzt zusammen mit den Gebrüdern Peter als Manager und Fahrer (ansonsten war noch niemand 18) aus drei Brüderpaaren bestand.

1968 brachte dann meine kleine heile Welt gehörig ins Wanken.

Walter verließ die Band als Orgelspieler in Richtung „Loving Hearts“, um dort Dieter Gundlach zu ersetzen und mein Bruder beschloss Knall auf Fall, keine Beat-Musik mehr zu spielen. Ich war konsterniert und trotzig und lernte Gitarre, es musste ja irgendwie weitergehen.

1969, oder: unverhofft kommt oft

Nachdem ich im Sommer 1969 auf das Rats-Gymnasium Stadthagen gewechselt war, überraschte mich Walter Ehlerding mit einer für mich erstaunlichen Frage: „Willst du bei den „Loving Hearts“ Gitarre spielen?“ Wahrscheinlich habe ich geantwortet: „Machst du Witze? Das krieg‘ ich nicht hin, und ’ne Stimme wie Jeff habe ich sowieso nicht …“ Es ist gut möglich, dass Walter daraufhin entgegnete: „Du kriegst das hin!“

Nach einigem Üben im Herbst ’69 fanden die ersten Auftritte mit den „Loving Hearts“ statt, anfangs noch mit Jeff, der die Hälfte der Auftritte spielte, und dann ab Winter 69/70 stand ich allein als Gitarrist und Sänger mit den „Loving Hearts“ auf der Bühne – das hätte ich mir ein halbes Jahr früher nicht träumen lassen.

1970 und weiter

Ich hab viel erlebt und gelernt in diesen, meinen jungen Jahren, Festzeltauftritte bei Schützenfesten, zum Sonntagsnachmittagstanz in Gohfeld (ich mit Cola, Bier durfte ich noch nicht) oder regelmäßig zum Tanze in Päpinghausen, zweimal dort sogar als Vorband von den „Rattles“ und den „Soulful Dynamics“ („Mademoisellle Ninette“). Regelmäßig sehr gut besucht waren die Sonntagsnachmittagsauftritte in Pennigsehl – am besten fand ich dort immer den „strammen Max“, den wir zu essen bekamen.

Die Zeiten änderten sich

Immer weniger Veranstalter buchten Bands, die Disco hielt auch in der letzten Scheune Einzug. Die Beatles hatten sich getrennt und die Loving Hearts von ihren knallbunten Catsuits. Auch die Musik, die wir spielten, änderte sich, spätestens auch nachdem Rolf Möhlenbrock zu uns gestoßen war. Die Songs wurden etwas härter und es wurden auch Eigenkompositionen gespielt. Diese neue Mixtur kam nicht überall gut an, Schade eigentlich. So rollte der Loving-Hearts-Express in diesen geänderten Zeiten langsam aus und die Band löste sich zumindest in dieser Besetzung und mit diesem Namen auf.

Für mich war die Zeit ein abenteuerlicher, lehrreicher Lebensabschnitt in jungen Jahren. Vielen Dank an alle, die dies ermöglicht haben.

Loving Hearts 1969 bis 1971

Fritz Heidorn

Es gab bei den Loving Hearts mehrere Wechsel in der Besetzung der Band, bedingt durch die Tatsache, dass die Berufsausbildung oder ein neuer Lebensabschnitt bei Einzelnen einen Ortswechsel verlangte. Zunächst verließ Dieter („Jimmy“) Gundlach im Jahre 1968 die Band und wurde durch Walter Ehlerding ersetzt, der bei den Tiny Stars gespielt hatte und jetzt bei den Loving Hearts die Orgel und eine neue Gesangsstimme übernahm. Dann musste Gerhard („Jeff“) Gundlach gehen und Manfred Haupt von den Tiny Stars kam im Jahre 1969 als Gitarrist und Sänger zu den Loving Hearts. Manfred Haupt brachte neue Stücke in das Repertoire der Band, vor allem solche seines Lieblingsmusikers Neil Young.

Wir sind jetzt im Jahre 1969 und die Popmusik in den Hitparaden hatte sich sehr verändert. Es gab noch immer die alten Beatschuppen und die Schützenfestauftritte, aber die musikalische Landschaft veränderte sich stark von Livemusik-Schuppen hin zu Diskotheken. Die Loving Hearts hatten noch immer genug Auftritte bis in das Jahr 1971 hinein und ihr musikalisches Spektrum hatte sich dem Zeitgeist angepasst. Die Diskotheken übernahmen das Angebot als Treffpunkte für junge Leute.

Im Jahre 1971 löste sich die Band dann zunächst auf – um gut zehn Jahre später wieder aufzutreten, zunächst in der Halle der Coca-Cola-Niederlassung in Stadthagen, danach mehrmals zu großen Konzerten mit bis zu 1.200 Gästen in der Festhalle Stadthagen. Bei ihrem Auftritt im Jahre 1987 in der Festhalle Stadthagen mit den Gründungsmitgliedern spielten sie unter anderem das damals neue Stück der Bee Gees: You win again.

Das Loving Hearts Medley

Die Musik der Loving Hearts war schon immer ein Abbild ihrer Zeit, eine Mischung aus Beatmusik, populären Songs, Rock`n` Roll, später auch Blues und Soul. Ein besonderes Merkmal war der mehrstimmige Satzgesang bei Stücken, die sie von den Beatles, den Bee Gees, den Searchers, den Tremeloes und anderen Vorbildern spielten. Ihre Musik war immer auch sehr rhythmisch und tanzbar, was sich an vollen Tanzflächen bei den Konzerten der Loving Hearts zeigte. Wir präsentieren deshalb an dieser Stelle ein Medley aus Aufnahmen, die die Loving Hearts im Jahre 1996 in der Festhalle Stadthagen in der Originalbesetzung mit Gerhard Gundlach, Dieter Gundlach, Harald Böckmann und Gerhard Widdel gespielt haben.

Bei diesem Konzert 1996 in der Festhalle Stadthagen war zum ersten Mal eine moderne Beschallungsanlage dabei, eine PA (Public Adress)-Musikanlage, mit der alle Instrumente und Mikrofone zusammengemischt werden konnten und somit ein sauberer Klang für das Publikum entsteht. Zusätzlich kann man den musikalischen Gesamteindruck des Auftritts mitschneiden und später als Konserve noch weiter verbessern. Damals entstand eine Monoaufnahme mit technischen Problemen, die von Friedhelm Kappmeier mit den technischen Mitteln des Jahres 2023 klanglich verbessert wurde.

Friedhelm Kappmeier schreibt dazu: Die Aufnahmen aus dem Medley stammen von 1996 aus der Festhalle. Eigentlich waren die Aufnahmen ein Totalschaden, denn der seinerzeit beauftragte Mixer hatte alles in MONO gemixt  und die Aufnahmen waren eher ein Klangmatsch. Der Aufnahme-Ausgang seines Mischpults hatte zudem einen konstanten Brummton drauf. Das habe ich erst gemerkt, als ich die Aufnahmen mit meinem damaligen DAT-Recorder zuhause abgehört habe. Damals gab es keine Möglichkeit, solche Aufnahmen zu restaurieren.

Die Live-Aufnahmen habe ich versehentlich nicht entsorgt und ab 2004 habe ich die Aufnahmen mehrfach restauriert, immer gemäß den jeweils seinerzeitigen Möglichkeiten, zuletzt also im Jahre 2023 und jetzt auch in STEREO.

Aus der Gesamt-Aufnahme des Abends habe ich ein Medley mit zehn Songs gemixt, die Reihenfolge der Songs habe ich selbst bestimmt.

Die Drums (Schlagzeug) sind hier bewusst etwas vordergründiger gesetzt, damit es live-haftiger bzw.dynamischer klingt – in der Originalaufnahme waren die Drums kaum hörbar, also viel zu leise gemixt.

Meine Empfehlung zum Genießen der Musik: LAUT HÖREN. Klangregler möglichst in Mittenstellung (12 Uhr). Es gibt einen 1A Klang mit neutral klingenden Boxen oder guten Kopfhörern.

Fritz Heidorn über seine Zeit als Roadie bei den Loving Hearts 1969 bis 1971 Zur Erinnerung an Harald („Jean“) Böckmann und Walter Ehlerding

Ich kannte Walter Ehlerding schon seit Kindestagen. Er war ein großes Sporttalent und wir hatten uns beim VFL Stadthagen kennengelernt, wo Walter schon als Jugendlicher die Kinder trainierte und uns alle durch Flickflack, also den Handstützüberschlag rückwärts quer durch die Turnhalle beeindruckte. Was er später gern in den Sälen wiederholte, in denen die Loving Hearts spielten.

Ich traf Walter auf dem Ratsgymnasium wieder und später beim Studium in Hannover. Walter hat nicht nur Manfred Haupt, mit dem er bei den „Tiny Stars“ gespielt hatte, als Nachfolger für Gerhard („Jeff“) Gundlach in die Band geholt, sondern auch mich als 17-jährigen Schüler als Roadie-Nachfolger für Günter Losch im Jahre 1969 engagiert. Dies war für mich jungen Musikfreund ein großer Wendepunkt im Leben und ich werde nie vergessen, wie mich dann Gerhard („Jerry“) Widdel beindruckt hat, als er mir im Alter von 18 Jahren, als ich gerade meinen Führerschein bekommen hatte, die Schlüssel für den Bandbus in die Hand drückte und sagte: „Ab jetzt fährst du den Bus!“

Roadie bei den Loving Hearts war für einen 18-jährigen Gymnasiasten in Stadthagen etwas ganz Besonderes, denn so kam die große weite Welt in mein Leben. Ich habe nicht nur sehr viel über Musik, Musikproduktion, Live-Auftritte gelernt, sondern hatte mein großes Hobby, die Musik, zum Job gemacht und verdiente Geld damit, was sogar meinen Vater überzeugte, als wir uns eines Montags morgens um fünf Uhr an der Haustür begegneten, als er zur Arbeit ging und ich von der Arbeit kam.

Eigentlich war der Roadie-Job für mich das pure Vergnügen und mein Sozialstatus hatte sich enorm erhöht, was sich daran zeigte, wenn ich gelegentlich und verbotenerweise mit dem Bandbus zur Schule fuhr. Ich erinnere mich gern an tolle Auftritte der Loving Hearts auf zahlreichen Schützenfesten in Schaumburg Lippe, oft mit Schlägereien betrunkener Gäste im Zelt verbunden, an Auftritte in Holland und ganz besonders an die einwöchige Tour mit Casey Jones in Nordrhein-Westfalen. Ja, die Loving Hearts waren für eine kurze Zeit die Begleitband des mittlerweile abgehalfterten Casey Jones, der als „Jack the Ripper“ und ohne seine Band „The Governors“ über die Bühne tobte und nach dem Auftritt gern dem Whisky zusprach.

Die Verstärkeranlage der Loving Hearts war gut und schwer: Dynacord Kings für die Instrumente, vier Gesangslautsprecher, Gesangsverstärker, Echogerät, Orgel, Schlagzeug, das passte alles in einen großen Ford Transit-Bus. Dazu natürlich Kabel, Stecker, Zubehör, Mikrophone, Kontaktspray und ein Lötkolben für die oft nötigen Reparaturarbeiten an den Verstärkern.

Walter Ehlerding war immer bereit, mit anzupacken und die Orgel sowie die schweren Verstärker vor dem Konzert aufzubauen und nachts um eins wieder abzubauen. Es war schon ein Knochenjob, aber eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Walter ist oft mit mir im Bus mitgefahren und wir hatten Zeit, über Musik zu sprechen und alles, was uns als Jugendliche damals bewegt hat.

Harald („Jean“) Böckmann war ein ausgezeichneter Bassist und ein guter Sänger, die im dreistimmigen Harmoniegesang der Loving Hearts die mittlere Stimme übernahm. Jean war das kommunikative Mitglied der Band, der mit allen Menschen reden konnte – und im Umfeld der Band Ende der 1960er Jahre trieben sich einige kauzige Typen herum – immer zu Späßen aufgelegt, keiner Feier abgeneigt und mir als jugendlichem Roadie freundschaftlich verbunden war.

Ein Konzert zum 60-jährigen Bühnenjubiläum ist schon ein ganz besonderer Anlass und ich denke nicht nur an meine Jugend zurück, sondern auch daran, was mir die Band mitgegeben hat: mein Interesse an Musik, Ideen zur Musikproduktion, Interesse an Gitarren und Soundtechnik, Vorstellungen davon, wie man Events organisiert.

Es sind die Menschen, die die Musik machen und wir sind bei den Loving Hearts nach über fünfzig Jahren noch immer befreundet. Die beiden verstorbenen Bandmitglieder Harald („Jean“) Böckmann und Walter Ehlerding bleiben in unseren Herzen und ich erinnere an sie mit dem wunderschönen, von Walter gesungenen Titel: “Save The Last Dance For Me.“

Der letzte Tanz gehört euch, lieber Jean, lieber Walter!

Herbert Hegerhorst über seine Zeit bei den Loving Hearts

Der Besitz einer E-Gitarre seit Anfang der 1960er war ein Traum für die meisten jungen „Beatnicks“, vor allem bei wenig Taschengeld. So hatte ich mir am Schaufenster des Musikhaus Beinsen am Markt in Stadthagen fast die Nase plattgedrückt, um eine weiße, bildschöne E-Gitarre der Marke Ibanez anzusehen. Aus Sicht meines Vaters als Bankangestellter war es nicht akzeptabel, mein kleines Sparbuch mit 200 DM bei der Dresdner Bank dafür aufzulösen, was aber dann doch passierte und ich diese Gitarre kaufen konnte.

Zu dem Foto: Meine weiße Traumgitarre wechselte mit Beginn meiner Zeit bei den Loving Hearts zu dieser Gitarre von Framus, eine Kopie des original Gibson Modells 335. Ich versuche immer noch herauszufinden, wo diese Gitarre wohl abgeblieben ist oder ob jemand etwas über den Vorbesitzer weiß. 

Es war eine tolle Zeit bei den Loving Hearts mit großer Wirkung auf mein weiteres Leben als Musiker nach den 1960ern bis heute.  

Erinnerungen 1966: Mit dem Gitarrenunterricht 1962 – 1965, von Oma bezahlt, konnte ich die Musik der Liverpoolbands mit Merseysound und vor allem zu Chuck Berry, den Rolling Stones, Kinks und den Beatles in ihrer Zeit in Hamburg spielen. Dann gab es meine ersten Bands, die Wanderers, The Loverbirds mit Freunden der späteren Classix und die Loving Hearts.

Ab 1966 bei den Loving Hearts war die Musik anders, moderater, differenziert und gut gestaltet. Die Band war gut organisiert, hatte einen Manager, zwei Autos, Technik mit Helfern und ein tolles Publikum.

Stundenlang habe ich mit Harald („Jean“) im Eiskaffee in der Obernstraße in Stadthagen bei Schlagsahne mit Borkenschokolade für 50 Pfennig gesessen und vom Leben als Berufsmusiker geträumt.

Die ersten Platten wurden in Osnabrück bei CCA aufgenommen. Später, inzwischen über unseren Produzenten Norman Douglas, ging es ins Bremer Überseehotel zu Ronny Rohloff (Oh my Darling Caroline) in sein modernes Studio. Wir bekamen kaum einen Ton heraus und die Verstärker waren untauglich. Unser Manager fuhr zurück nach Vehlen, wo von einer englischen Band (John 0´Hara and the Playboys) die Verstärkeranlage mit hochwertigen Dynacord Geräten übernommen wurde. Damit ging es spät abends in Bremen dann weiter. Ronny mixte seinen Spezial Studio Cocktail für alle, und wir sangen wie die Regensburger Domspatzen.Wahnsinn!

Sensationell, alle konnten auf Kosten der Band den Führerschein machen. Und dann war da noch der kleine, gelbe, englische Zweisitzer von MG von Emmanuel Bellendir. Die Nachbarn reckten die Hälse, sowas hatte man in Stadthagen noch nie gesehen. Wir haben immer Spaß gehabt, auch mit Unmengen an Kontaktspray , um Jimmys Orgel während der Auftritte stimmstabil zu halten. Es war eine schöne Zeit!

Werner Gundlach über seine Zeit bei den Loving Hearts

Der Bassist der Loving Hearts, Harald („Jean“) Böckmann, musste im Jahre 1968 zur Bundeswehr und fiel deshalb für die Terminverpflichtungen der Band regelmässig aus. Was tun? Der dritte Gundlach Bruder, Werner, konnte einspringen und hat Jean vertreten. Die Loving Hearts spielten im Sommer 1968 in der Niedersachsenhalle Hannover. Highlight war der Auftritt der Lords, diese wurden allerdings vom Publikum ausgepfiffen und die Loving Hearts waren der Favorit des Abends. Werner Gundlach hat als Bassist der Loving Hearts von Winter 1967/1968 an für ungefähr ein Jahr lang mitgespielt. Er ist außerdem Komponist und Texter des Loving Hearts Hits „Du bist mein“.

Werner Gundlach: Aus meiner Zeit bei den Loving Hearts möchte ich sagen, dass ich mit meinen Freunden schon vorher regelmäßig mittwochs im Loving Hearts Club in Probsthagen war und ich alle Songs kannte. Und weil ich schon durch meine eigene Musik Bass spielen konnte, war es für mich leicht, anfangs nur ab und zu einzuspringen. Nach ein paar Wochen haben wir uns dann entschlossen, dass ich, solange Harald bei der Bundeswehr war, ganz dabeibleibe. Danach musste ich mich aufs Abi vorbereiten.

Emmanuel Bellendir, der Manager der Loving Hearts in ihrer Anfangszeit

Dieses Foto mit Frank Elsner war 1967, als Gerhard Widdel und ich mit einer Chartermaschine nach Luxemburg geflogen sind, um ein Live-Interview mit Frank Elsner zu machen. Die Band hatte am Abend wieder einen Auftritt im heimischen Umfeld.

Dieter Gundlach habe ich kennengelernt, weil ich nach ihm in der gleichen Firma in Obernkirchen auch eine Lehre als Radio- und Fernsehtechniker gemacht habe. Der Inhaber war der Vater meines besten Freundes. Er erlaubte mir, Beschallungsgeräte zum Einsatz bei den Loving Hearts einzusetzen und über ihn wurden dann auch später notwendige Geräte gekauft. Ich erinnere mich sinngemäß an seinen Ausspruch: “Du arbeitest hier so lange, bis alles bezahlt ist“. 

Schon als Kind konnte ich besser reden als singen. Das war wohl einer der Gründe für meinen Einsatz bei Begrüßungen, Ansprachen und Verhandlungen. Dank eines guten Gehörs konnte ich auch den Sound beurteilen. Nach dem Studium war ich einige Jahre Toningenieur. So entwickelte sich das Organisieren, das Kümmern um Geld, um Termine und Steuern.

Leider sind die meisten Erinnerungen und auch Kontakte verblasst. Es begann mit meiner Einberufung zum Wehrdienst in Munster, setzte sich fort mit dem anschließenden Studium der Nachrichtentechnik und dem Umzug nach Bacharach. Von hier aus war ich 33 Jahre für das ZDF tätig.

Übrigens, Frank Elsner habe ich durch meinen Beruf mehrfach getroffen. Er konnte sich aber nicht mehr an mich erinnern.

Karlheinz Poll (ehemaliger Journalist und Fotograf des Generalanzeiger Stadthagen)

Erinnerungen an die Loving Hearts

Lang, lang ist es her. 60 Jahre sind vergangen, dass ich als junger Journalist die Schaumburger Band „Loving Hearts“ kennenlernte und immer – wenn sich die Gelegenheit bot – beruflich und auch privat begleiten durfte. Ich hatte erst im April 1966 nach einer anderen beruflichen Orientierung und einer zweijährigen Bundeswehrzeit als Volontär beim Stadthäger Lokalblatt General-Anzeiger angefangen. Schon in den ersten Monaten meiner Ausbildungszeit zum Redakteur lernte ich die zwei Jahre vorher gegründete Schaumburger Band „Loving Hearts“ kennen und schätzen. Wann auch immer die jungen Kerle auftraten, ob in Clubs, großen Sälen, Festzelten oder als Open-Air-Konzert, ihre Musik begeisterte, ließ die Jugendlichen zu Hunderten zusammenströmen. Ihre Fangemeinde wurde insbesondere in den Jahren 1966/67 größer und größer. In dieser Zeit wurden zwei eigene Schallplatten herausgebracht.

Zweimal begleitete ich die Hearts zu besonderen Ereignissen.  Nach der Herausgabe der ersten Scheibe „Vergessen“ mit den selbstgeschriebenen Songs „Ich weiß, dass es die Liebe gibt“ und „Manchmal, wenn ich träume“ im April 1966 folgte die Aufnahme der zweiten Platte im August, bei der ich dabei sein durfte. In dem berühmten Studio in Maschen bei Hamburg entstanden die beiden selbstgeschriebenen Titel „Das kannst du mit mir nicht machen“ als deutsche Fassung von „A legal matter“ – im Original von den „Who“ gesungen – und der von den Gebrüdern Gundlach selbst komponierte Song „Du bist mein“.  Beide Scheiben wurden ein Renner.

Das zweite große Ereignis mit den Hearts war für mich der Besuch beim Radio Luxemburg im Mai 1967, an dem Gerhard Gundlach („Jeff“), Gerhard Widdel („Jerry“) und Manager Emanuel Bellendir von Moderator Franz Elstner interviewt wurden. Schon während der Livesendung  drängten sich die dortigen Fans vor dem Rundfunkgebäude und ließen sich später  Autogramme schreiben.

 Bei mehreren Beatfestivals ging die Gruppe als Sieger hervor. Ende April 1966 gaben die Hearts im Stadthäger Ratskellersaal ein Konzert zu Gunsten der Aktion Sorgenkind, organisiert vom Kreisjugendring. Der Ansturm der Fans war so gewaltig, dass viele Jugendliche aus Sicherheitsgründen abgewiesen werden mussten. Im General-Anzeiger war zu lesen: „Die Hearts schlugen an diesem Abend wie eine Bombe ein. Die Fans waren in ihrem Element, es wurde geschüttelt und gedreht, gestampft und gehüpft. Dicht gedrängt schwang man das Tanzbein mit meisterlichen Verrenkungen im Takt der hinreißenden Songs der wahren Musik-Akrobaten.“

Ich erinnere mich an ein weiteres Spektakel, das die Hearts im März 1967 anlässlich der Schaumburger Wirtschaftsschau auf dem Festplatz an der Enzer Straße veranstalteten. Das Gaststättenzelt konnte den Ansturm kaum fassen. Zeitweise wurde niemand mehr hereingelassen. Draußen warteten noch über 100 Jugendliche auf Einlass. Kurze Zeit später – so im General-Anzeiger – „hatten sie die Eingänge eingedrückt und drängten sich in die Halle“. Noch ein Zitat: „Bis Mitternacht glich die Messegaststätte einem Hexenkessel.“

Generalanzeiger-Reporter Karlheinz Poll (2. v. lks.) begleitete die Loving Hearts zum Radio Luxemburg, wo die Hearts von Frank Elstner interviewt wurden, links Gerhard Gundlach ("Jeff"), rechts Manager Emanuel Bellendir und Gerhard Widdel ("Jerry").

Gerd Gundlach (Jeff) über die Musikauswahl der frühen Loving Hearts

Liedertexte: ein wesentlicher Unterschied zu heute war, dass man jeden Text per Hand abschreiben musste. Mit dem Schulenglisch hat man vieles nicht verstanden und deshalb einfach das Kauderwelsch, das irgendwie englisch klang, übernommen. Hat aber funktioniert.

Arrangements: das war meistens Jimmy’s Job, da er zur damaligen Zeit der musikalische Kopf der Band war. Die meisten unserer Songs waren mehrstimmig, die Stimmen mussten verteilt werden, in der Regel Jimmy bekam die höchste, Jean die mittlere und ich die tiefste. Viele Songs, besonders von den Beatles oder BeeGees wurden ein bis zwei Töne höher gesungen, was für uns hieß: zu hoch, also Tonarten transponieren, auch nicht immer ganz einfach, weil sich manche Akkorde oder Soli in anderen Tonarten schlechter spielen lassen.

Kompositionen und Texte: Die Texte von „Vergessen“ und „Manchmal wenn ich träume“ sind von mir, „Du bist mein“ ist von meinem Bruder Werner (Text und Musik), bei „Das kannst Du mit mir nicht machen“ ist der Text von unserem damaligen Produzenten Douglas aus Hannover (Musik von The Who). Es gab noch einige unveröffentlichte Lieder, z.B. „Cherry Baby“ Musik und Text von mir, „Laura“, Text und Musik von Walter Ehlerding.

Gage: Am Anfang gab es kaum Gage. Das änderte sich als wir in Schaumburg einen Wettbewerb gewann. Trotzdem machte es mir nichts aus, zur Aufbesserung meiner Finanzen noch Gitarren-Stunden zu geben, das kostete damals DM 1,75 pro Unterrichtsstunde.

Jimmy’s Orgel: Die selbstgebaute Orgel, die ab und zu mal ihren Geist aufgab, war ohne Verpackung schon schwer genug. Dazu kam noch der ebenfalls aus Spanplatten selbstgebaute Transportkoffer, welches zwei Body-Builder brauchte, um das Ding zu tragen. (arme Roadies).

Anfangszeit: In der Anfangszeit war ich mit Jean zum Üben im Saal von „Haus Hasemann“ verabredet. Verstärkeranlage: gab es nicht, da musste mein Tonbandgerät herhalten, für Jean gab es ein umgebautes Kofferradio. Ein eigenes Auto gab es nicht, ich war ja erst 16, also: Tonband Grundig TK 24 auf den Gepäckträger geschnallt und los. Krach! Da ist doch was während der Fahrt vom Gepäckträger gefallen? Wieder aufgesammelt und weiter, funktionierte noch alles and angefangen zu üben, „The Young Ones“ von Cliff Richard. Das weiß ich noch, haben wir aber nie gespielt.

The Loving Hearts: 60-jähriges Bühnenjubiläum der Kultband aus Schaumburg

Die Loving Hearts laden ein zur Feier ihres 60-jährigen Bühnenjubiläums am Samstag, den 6. April 2024 in den Ratskeller Stadthagen.

Die Band The Loving Hearts wurde von Gerhard Gundlach, Dieter Gundlach, Harald Böckmann und Gerhard Widdel im Jahre 1964 in Stadthagen gegründet. Sie haben – in unterschiedlichen Besetzungen – die Jugend im Landkreis Schaumburg bis zum Jahre 1971 mit Beatmusik und Rock´n Roll erfreut und den musikalischen Zeitgeist der sechziger Jahre aus England und den USA in unsere Region gebracht. Weitere Bandmitglieder waren: Herbert Hegerhorst, Werner Gundlach, Walter Ehlerding, Manfred Haupt, Rolf Möhlenbrock.

Ab den 1990er Jahren gab es mehrere große Auftritte in der Festhalle Stadthagen, unter anderem im Jahre 2004 zum 40-jährigen Bühnenjubiläum und im Jahre 2014 zum 50-jährigen Bühnenjubiläum.

Am 6. April 2024 werden die Loving Hearts im Ratskeller Stadthagen auf ihre lange Bandgeschichte zurückblicken und ihre Fans mit der guten Musik der sechziger Jahre unterhalten.

Wir werden auf der neuen Webpage der Loving Hearts auf ihre Geschichte zurückblicken und ihren Weg bis in die Gegenwart nachzeichnen. Zwischen Oktober 2023 und April 2024 werden wir an dieser Stelle ausgewählte Fotos, Audios und Videos einstellen, über die Bandmitglieder schreiben und Geschichten aus der aktiven Zeit der Band erzählen.

Wir haben eine ganze Reihe von guten Live-Audioaufnahmen der Loving Hearts aus den letzten vierzig Jahren von Friedhelm Kappmeier, KTS Stadthagen, klanglich verbessern lassen und werden diese auf der Webpage präsentieren. Videos von Live-Auftritten werden die Bandgeschichte ergänzen.

Die Freunde der Band sollen ebenfalls zu Wort kommen. Wir suchen eure Geschichten über die Band. Wart ihr mit dabei? Was habt ihr über die Loving Hearts zu erzählen? Macht mit beim 60-jährigen Bühnenjubiläum!

Herzliche Grüße

Gerhard Widdel (Jerry), Schlagzeuger und Manager der Loving Hearts.

Fritz Heidorn, Produzent und ehemaliger Roadmanager der Loving Hearts.

Dieter Gundlach (Jimmy) über seine selbstgebaute Loving Hearts Orgel

Bei unseren ersten Auftritten war ich noch Gitarrist. Ich hatte mir vom ersten Lohn für weniger als 200 Mark eine Gitarre von Quelle erstanden. Mein Traum war es schon damals, eine elektronische Orgel zu besitzen. Dr. Böhm in Minden bot Orgelbausätze an. Ich war fasziniert.

Der Betrieb von Dr. Böhm war noch sehr klein, bei den ersten Besuchen musste er mir noch seinen Hausschlüssel an einem Bindfaden herunterlassen. Leider gab es noch keine Transistororgeln, sondern nur Röhrengräber, die viel Wärme ausstrahlten, aber auch viel Wärme erzeugten. Mehr als 100 Röhren waren erforderlich.

Bald wagte Dr. Böhm sich an die erste Transistororgel, der Halbleitertyp war geheim. Ich kaufte mir, da ich kaum Geld hatte, nach Beratung mit ihm einen Bausatz ohne Gehäuse und ein wenig reduzierter Ausstattung und fing an zu basteln, wozu war ich schließlich Fernsehtechniker. Laut Presse waren es ca. 10.000 Lötstellen, aber es waren wohl einige weniger.

Die weißen Tasten waren aus beschichtetem Holz gesägt, die schwarzen musste man noch selbst mit Schuhcreme schwärzen, und dann alles zusammenschrauben. Das Gehäuse entwarf ich selbst, aus Holz, daher wurde die Orgel recht schwer. Mein Vater baute eine Tragekiste dazu, das Ganze wurde fast untragbar. Die Analogtechnik erforderte manchmal das Nachjustieren der Generatoren während des Konzerts.

Inzwischen habe ich mehrere Orgeln gebaut, beginnend mit einer selbst entwickelten Zigarrenkistenorgel mit einstimmigem schnarrendem Ton, später zwei Orgeln mit zwei Manualen, große Orgeln mit Pedal.

Heute blicke ich auf ein Leben voller Instrumente zurück, von Gitarre/Banjo/Ukulele über Bass, Orgel, Piano, Akkordeon, Blockflöten aller Art, Querflöten, über Trompete und Saxofon bis Geige und Cello und nehme ständig Unterricht.